Archiv der Kategorie: Allgemein

Woher kommen die Daten in der Corona-App?

Mich erhielt gestern mal wieder eine E-Mail, die eigentlich nicht für mich bestimmt war:

[W]äre es Ihnen möglich einmal einen Bericht/ Video darüber zu machen wo die Daten für die Corona-App herkommen und wie man daraus ableitet, ob jemand infiziert ist oder nicht.

Nach einem Hinweis an den Absender erlaube ich mir hier trotzdem einmal, mein vermutetes Wissen über die App weiterzugeben. Ich bin Softwareentwickler und -Berater, habe selber nie Apps entwickelt, aber glaube, dass ich ein wenig Licht einbringen kann basierend auf den Informationen, die zu der App mitgeliefert werden. Für Detailfragen wenden Sie sich bitte an das Robert Koch-Institut (RKI) direkt. Ich bin mir sicher, dass die Ihnen viel kompetenter weiterhelfen können als meine Vermutungen hier.

Vielen Dank für Ihren Beitrag

Hallo,

ich bin Markus Gärtner und damit keine Verwechslungen auftreten, füge ich mal ein Bild von mir ein:

Wenn ich Ihnen den Link auf diesen Blogeintrag zugesandt habe, dann sind Sie ein weiterer Datenpunkt zu meiner Hypothese, dass Menschen, die Content im Internet konsumieren, bei dem der Autor behauptet, er habe das recherchiert die eigenen Recherche-Fähigkeiten verlieren.

Bis jetzt haben mich (wird laufend aktualisiert):

  • 77 E-Mails
  • 10 Telefonanrufe
  • 5 Briefe

erreicht, die irgendetwas von mir wollten, von dem ich nichts wusste.

Diese Datenerhebung ist natürllich nicht-repräsentativ und ich bin mir vollends bewusst, dass ich mich in meiner eigenen Filterblase bewege.

Warum nehme ich nicht einfach meine Adressdaten aus dem Internet? Das ist ganz einfach. Ich bin selber Buchautor (Amazon hat es vor Jahren mit zustande gebracht, Bücher, die ich nicht geschrieben habe, auf meinem Profil zu listen) und in der Beratung tätig. Aus persönlichen und beruflichen Gründen ist es deshalb vorteilhaft für mich, wenn man mich im Internet findet und aus dem Grund werde ich an meiner Datenhandhabung vorerst nichts ändern.

Da ich bereits entsprechende Vorerfahrungen gesammelt habe, nochmal für die ganz langsamen zum Mitschreiben: Ja, ich bin Markus Gärtner, und nein, wie man auf meinem Foto sehen kann, habe ich wesentlich mehr Haare auf dem Kopf als Ihr verehrter YouTube-Star und/oder Buchautor. Falls Sie sich deshalb also wundern, weshalb Ihr vermeintlich relevantes Zeug nicht veröffentlicht wird oder auf Basis Ihrer E-Mail nichts passiert, dann liegt das daran, dass sie unfähig sind, die richtige Person im Internet ausfindig zu machen und ich würde Ihnen den Internetführerschein entziehen, wenn es sowas gäbe und ich Autorität dafür hätte.

Viele Grüße

Markus Gärtner

P.S.: Noch ein Standard-Disclaimer, der nicht unbedingt mit Ihrer Nachricht zu tun haben muss. Sämtliches mir suspekt vorkommende Material bringe ich bei der Polizei zur Anzeige.

Sicherheitssysteme vernetzen – ein offener Brief

In den letzten Wochen habe ich immer wieder in den Nachrichten darüber gelesen, dass unsere Sicherheitssysteme – also die Computersysteme der Polizei in den einzelnen Bundesländern – untereinander keinen Datenaustausch betreiben. Das passiert wohl auch nur dürftig auf europäischer Ebene. Zum einen verwundert mich das, zum anderen möchte ich vermeiden, dass wir dort den gleichen Fehler begehen, den andere bereits gemacht haben. Daher habe ich mich dazu entschlossen, einen offenen Brief an unsere Regierung zu schreiben.

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Lessons Learned aus #breitscheidplatz

Das Datum hätte mit der zeitgleichen Wahl des Electoral College in den USA vermutlich nicht bedeutender liegen können. Am 19. Dezember 2016 ereigneten sich an einem Berliner Weihnachtsmarkt schreckliche Szenen, als ein Lastwagen in selbigen hineinraste. In diesem Blogeintrag möchte ich gar nicht so sehr auf die Meldungen rund um die schrecklichen Ereignisse auf dem Berliner Weihnachtsmarkt eingehen. Viel mehr möchte ich hier teilen, was ich rund um die Berichterstattung rund um diese Ereignisse gelernt habe, wie ich damit umgegangen bin und wo meiner Meinung das Problem in der heutigen Verwendung von Medien liegt.

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Lügenpresse vs. Lügenfresse

Vor einiger Zeit bekam ich eine Anfrage zu einer Schulpräsentation zum Thema „Lügenpresse“ und wie der Begriff entstanden sei. Ich war etwas verwirrt, aber habe der Dame meine Sichtweise dazu geläutert. Vor zwei Wochen sagte mir ein Kunde, dass er vor dem Workshop bei ihm meinen Namen bei Amazon gesucht habe und da seltsame Ergebnisse gefunden habe. Er wollte erst davon absehen, mich einzuladen, hatte dann aber korrekterweise geschlussfolgert, dass das dortige Buch nicht von mir stammte. Jeder, der da Zweifel hat, kann auf meiner persönlichen Autorenseite einen Überblick über die von mir geschriebenen Bücher erhalten.

Meine damalige Antwort war relativ kurz. Da ich allerdings bereits seit einiger Zeit mit dem Gedanken spiele, auch politische Ansichten zu den Geschehnissen in Deutschland auf meinem Blog zu teilen, dachte ich mir, dass ich dazu den Anlass jetzt mal nehmen kann, um meinen Blog umzufunktionieren und mit dem Begriff Lügenpresse anzufangen.

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Ein neuer Blog muss her!

Nach einigem Hin und Her habe ich mich in meinem Urlaub dazu entschlossen, auch einen deutschen Blog zu starten. Ich werde meinen englischsprachigen Blog parallel weiterführen.

Doch warum denke ich, brauche ich einen deutschen Blog? Nun, ich denke, dass ich Übung brauche. Übung darin, deutsche Beiträge zu schreiben. Ich will verstärkt in den kommenden Monaten deutschsprachige Artikel schreiben. In der Vergangenheit habe ich immer wieder wahr genommen, dass das Bloggen mir sehr nützlich dabei gewesen ist, Artikel auf englisch zu schreiben. Die Übung kommt beim Bloggen und je mehr ich schreibe, desto besser werde ich dabei. Diese Erkenntnis ziehe ich vor allem daraus, dass ich nach der 11. Klasse Englisch als Fremdsprache abgewählt habe (ja, ich hatte Latein als drittes Abiturfach). Etwas mehr als 10 Jahre später fand ich mich als Autor eines englischsprachigen Buches wieder, und ich denke, dass die Übung durch meinen englischsprachigen Blog kam.

Zu den Inhalten werde ich nicht alles, was ich auf englisch schreibe hier auf deutsch übersetzen. Das halte ich für eine Verschwendung meiner Zeit. Ich werde vermutlich ab und an verwandte Themen auf englisch wie auf deutsch behandeln, aber habe ich bei meinem Schreiben auch unterschiedliche Zielgruppen im Kopf. Meine Wahrnehmung in den vergangenen Jahren ist, dass im deutschsprachigen Raum anderen Themen von Interesse sind, die in den USA und der UK nicht wirklich die Experten vom Hocker reißen. Aus diesem Grund werde ich einige Zeit lang beide Blogs parallel mit Beiträgen befüllen, und ggf. an einem Punkt in der Zukunft eine Entscheidung für nur einen Blog treffen. Doch bis dahin möchte ich mir möglichst viele Optionen offen halten.

Ich hoffe, dass ich auch hier meine deutschen Leser besser erreichen kann. Ich werde vor allem über Software Testen, Agiles Testen, Context-driven Testing und Software Craftsmanship meinen Senf abgegeben. Wer mich kennt, weiß, dass ich mir den einen oder anderen Verweis auf Bücher, die ich erzeit lese, nicht sparen kann.

Im Gegenzug hoffe ich, viele hilfreiche Kommentare zu bekommen, und dadurch meine stete Fortbildung und meine Wissbegierde kontinuierlich fördern zu können.